Ab vom Schuss, Nebenstrecken auf der Schwäbischen Alb

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Wer kennt es nicht, es ist Wochenende, am besten noch ein Feiertag, und Kaiserwetter – alles was Räder hat verstopft die Straßen. Dieses Phänomen findet man an vielen touristischen Orten, auch im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Möchte man bei solch einem Wetter eine Motorradtour fahren, muss man entweder leidensfähig sein oder eben Kurviger bemühen. So habe ich das auch dieses Jahr am Osterwochenende getan. Natürlich möchte ich euch diesen Kurvengenuss nicht vorenthalten. Die Tour ist eine absolute Genusstour für Tage an denen normale Strecken total überlaufen sind.

Bis Münsingen reise ich aus dem Neckartal über bekannte und befahrene Straßen an. Mein persönliches Highlight ist hier das Seeburger Tal zwischen Hengen und Seeburg, perfekte Kurven und Belag für entspanntes Kurvenwedeln. Bis kurz nach Münsingen, am Anfang des Lautertals folge ich noch dem Strom von Touristen, bis ich endlich auf das kleine Waldsträßchen nach Ödenwaldstetten abbiege. Auf einmal sind die Straßen leer und das Cruisen wird zum Genuss.

Kurzer Stopp nach Ödenwaldstetten

Zum Glück habe ich meine R1100S vorsorglich getankt, denn die nächsten 90 km kommt keine Tankstelle mehr. Eigentlich kommt jetzt erstmal gar nichts mehr, außer kleinen Sträßchen, viel Natur, Steinformationen und Genuss pur. Nach Ödenwaldstetten ist ein Groß der Straßen einspurig. Ich merke wie ich dem Alltag entfliehe und die Ruhe genieße. Ich steuere grob in Richtung Zwiefalten, lasse Zwiefalten aber Links liegen und drehen ab in Richtung Upflamör. Der Wendepunkt der Tour ist Veringendorf. Die Steige nach Veringendorf ist einer meiner favorisierten Steigen. Die Straße ist sehr eng, die Kurven sind anspruchsvoll und unübersichtlich. Mindestens eine der Kurven macht überraschend zu, landläufig auch als Hundskurve bezeichnet. Ich nehme das Gas weg und genieße die Felsformationen und wage immer mal einen Blick gen Tal. Bei dieser Steige kommt schon fast ein Gefühl der Alpen auf.

Steige Richtung Veringendorf

Es geht zurück in Richtung Zwiefalten

Der letze Kilometer vor Veringendorf führt durch ein schönes Tal. Kurz vor Veringendorf kommt noch eine traumhafte Kurven-Kombination. Nach so einer genialen Steige gibt es nur eine richtige Entscheidung – Wenden und nochmal fahren. Wer nichts von Wenden hält, kann auch über Veringenstadt in Richtung Inneringen fahren, die Steige nach Inneringen ist auch einen Besuch wert.

Schade, jetzt geht es schon wieder zurück. Wer die Route erweitern will, von Veringendorf aus kann man schön ins Donautal fahren. Ich mache mich aber zurück auf den Weg in Richtung Zwiefalten. Wenige Minuten später sehe ich auf dem Display – Route verpasst. Da war doch gar keine Straße? Ich drehe um und fahre ein paar hundert Meter zurück und sehe einen Feldweg der nur zwei geteerte Spuren hat, in der Mitte ist ein Grünstreifen. So einen Weg habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Kein Verbotsschild? Ok Kurviger ich vertraue dir.

Zwei Betonspuren – hier hat die Gemeinde wohl gespart

Kurz vor Zwiefalten, wartet ein weiteres Highlight, das Dobeltal mit seinen beeindruckenden Felsformationen. Dann bin ich auch schon in Zwiefalten. Zwiefalten ist bekannt für sein Kloster mit dem Zwiebelturm und seine Klosterbrauerei. Hier gibt es auch einige Optionen für eine kurze Rast sowie eine Tankstelle. Ich fahre bewusst nicht ins große Lautertal, einer der beliebtesten Motorradstrecken auf der Schwäbischen Alb. Das Lautertal bietet zwar tolle Kurven, aber auch viel Verkehr am Wochenende. Dafür wartet eine alte Bekannte auf mich, eine kleine Steige nach Sondernach die ins Schmiechtal führt. Aus dem Schmiechtal könnte man zurück nach Apfelstetten und aus der Tour wird eine Rundtour. Ich biege vorher ab in Richtung Magolsheim und kurve in Richtung Heimat.

Entfernung: 130 km
Dauer: 2-3 h
Straßenverhältnisse: Sehr schmale Nebenstraßen
Link: kurv.gr/nvLf5