Hinweisschild zur Route des Grandes Alpes

Zur Route des Grandes Alpes – mal anders

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Die Route des Grandes Alpes von Thonon-les-Bains am Genfer See bis zum süd-französischen Menton gehört zum Katalog dessen, was ein Tourenbiker wenigstens ein einziges Mal im Leben gemacht haben sollte. Heißt es…
Man kann dafür die Anfahrt von Norden bereits als Weg zum Ziel nutzen, und zur „Route“ der deutschen A96 nach Bregenz – Feldkirch folgen. Quer durch die Schweiz, vorbei an Matterhorn und Mont Blanc bis ins Zentrum der französischen Alpen nach Flumet.

Distanz: 473 Kilometer
Fahrzeit: Hängt von Dir ab!
Route und GPX Download: kurv.gr/WOT9E

Tag 1 – von Bregenz nach Brig

Da ich es nicht eilig habe, starte ich an diesem Tag von Bregenz im Österreichischen Vorarlberg aus und strande dann irgendwo hinter Brig im Schweizerischen Kanton Wallis. Wo ganz genau ich eigentlich übernachtet habe, das weiß ich bis heute noch nicht, weil ich damals noch ohne GPS-Logging gefahren bin. Dieses Feature gibt es erst seit Mai 2019 großartigerweise in Kurviger, aber lest selbst……..

Bregenz – Feldkirch

Km 44 – WP 2

Wer aus Deutschland kommend unbedingt sämtliche Autobahngebühren vermeiden will, der möge die  A96 bei der Ausfahrt Lindau verlassen. Dann nach dem ersten Kreisel links einbiegen auf die Bodensee-Uferstraße Richtung Bregenz. Das ist allerdings nur empfehlenswert, wenn man, so wie ich, die 473 km bis Flumet, an 2 Tagen zurücklegen will. Man muss außerdem eine Freude dran haben, an jeder Ampel und an jedem Fußgängerüberweg ausgiebig die Fußgänger zu beobachten. Außerdem darf es einen nicht stören, dass an jeder Ampel vorne eine(r) steht, der es nicht fassen kann, dass nach 10 Minuten Rot tatsächlich auch mal 10 Sekunden Grün kommt. Und es darf einem auch absolut nichts ausmachen, dass es zwischen Bregenz und Feldkirch so gut wie keinen Abschnitt gibt, den man mit den ansonsten in Österreich auf Landstraßen erlaubten 80 km/h Höchstgeschwindigkeit tatsächlich befahren darf. Vorarlberg ist Nannyland in Reinkultur. Das muss man einfach wissen.
Trotzdem, durch Bregenz außerhalb der Ferienzeiten oder ganz früh am Morgen durchzufahren, das kann schön sein. Links der Pfänder, rechts der Bodensee, vor mir die Schweizer Alpenkulisse, das ist wirklich ein Genuss fürs Auge. Also dann … ich fahre über Bregenz!

Alternative Autobahn?

Als ich dann bereits ziemlich genervt vom Stop-And-Go endlich Feldkirch erreiche, erhalte ich zur Belohnung einen Blick auf Jahrhunderte alte Fachwerkbauten in und um die Altstadt, durch die sich der Verkehr Richtung Liechtensteiner Grenze quetscht. Ich dümple also mit 30 bis 60km/h vor mich hin. Gleichzeitig steigt die Ungeduld und ich nehme mir fest vor: Beim nächsten Mal nehme ich die 10-Tages-Vignette für 5,30 EUR, was mich heute um den Faktor 10 beschleunigt durch den Pfändertunnel bei Hörbranz bis fast an die Grenze nach Liechtenstein gebracht hätte.

Fürstentum Liechtenstein

Km 60 – WP 4

Hinter Feldkirch wird es überraschend verkehrsarm. Die Grenze ins Fürstentum Liechtenstein ist kaum bewacht und schnell bin ich in Vaduz. Durch den Ortskern fährt man innerhalb von 3 Minuten und es fühlt sich an wie die Dorfstraße bei mir daheim. Über der Stadt thront die Burg von Fürst Adam dem Zweiten. Beim Versuch, das Gebäude während dem Fahren kurz ins Visier zu nehmen breche ich mir fast den Halswirbel, so steil ist es hier. Links noch schnell ein Blick auf die Skyline des Kunstmuseums und der Liechtensteiner Bank und vorbei ist der Hauptstadt-Spuk. Es geht weiter über Triesen zur südlichen Landesgrenze.

Es blitzt

Km 67- WP 5

Schwupp…. schon blitzt es. Der schnelle Blick auf den Tacho sagt 85, also man darf doch hier 80 fahren…. kann nicht sein.
Vier Wochen später kommt der Bescheid: 3km/h zu schnell, 40 EUR.
Ich hab’s bezahlt, mirr wöllat ja widdr in dr Schwyz as’Töff fahra, odrrrrr? Um das Geld hätte ich in der Schweiz ein Jahr Autobahn fahren können, weil eine Schweizer Autobahn-Vignette genau so viel kostet.

Maienfeld

Km 77 – WP 8

In Balzers geht es links ab Richtung St. Luzisteig. Das erste alpine Fahrgefühl kommt auf mit zaghaften Steigungen und Kurven. Und schon ist man in der Schweiz, im äußersten Nord-Ost-Zipfel des Kantons Graubünden. Es beginnt stilecht mit einem Waffen- und Schießplatz, der aufgeräumter ist als mein Wohnzimmer. Inklusive komplettem Dorf für das Üben des Häuserkampfes. Eine Spielzeuglandschaft!

Jeder, der in meiner Generation Kind war, kennt die Heidi-Bücher und auch die Trickfilme dazu. Und wenn man durch Maienfeld, das Heidi-Dörfli, kommt, dann scheint auch hier die Zeit stehen geblieben zu sein. Ich quetsche die Integra durch enge Gassen, neuerdings verkehrsberuhigt. Kraftfahrzeuge sind eher unerwünscht, so scheint es.

Landquart – Chur

Km 96 – WP 9

Weiter geht’s über Landquart nach Chur. Neidisch schaut man dabei auf die parallel verlaufende Autobahn, weil diese die Hauptstadt Graubündens links liegen lassen wird, während ich mich demnächst durch den immerwährenden Stau der Stadt quälen werde. Aber irgendwo muss man sich die 36,50 EUR ja verdienen, welche die Schweizer Autobahnvignette kosten würde. Dass ich in 4 Wochen genau diesen Betrag würde löhnen müssen, das weiß ich zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise noch nicht…..
Graubünden ist der einzige Kanton der Schweiz mit 3 Amtssprachen: Schwyzerdütsch, Rätoromanisch und Italienisch. Entsprechend gemischt werden die Bezeichnungen der Straßenschilder und Ortstafeln entlang der Strecke sein.

Rheintal – Oberalppass

Km 183 – WP 14

Hinter Chur wird es so, wie man sich Hochalpentäler vorstellt: Die Straße wird kurviger, die Berge sind richtig hoch und im späteren Verlauf sieht man schon die Baumgrenzen. Ich fahre am Rhein flussaufwärts bis Reichenau-Tamins, wo sich der große europäische Fluss in seine beiden Gründungsarme, den Vorderrhein und den Hinterrhein, spaltet.
Normalerweise würde ich jetzt der B19 Richtung Flims und Laax folgen. Aber es gibt eine attraktive Nebenstrecke, über Bonaduz nach Ilanz. Sagt mir Kurviger auf dem Smartphone. Man sollte den Abstecher machen, weil er kein Umweg ist und weil die vielen netten Restaurants und Cafés am Straßenrand, und vor allem die Bäckereien, einen zur ersten Brotzeit geradezu nötigen.

Das Fahren macht jetzt richtig Spaß. Die Integra schnurrt zufrieden, weil sie auch mal aus der Kurve heraus beschleunigen darf, ohne dass wir permanent in Gefahr geraten, die maximal erlaubten 80km/h auf Landstraßen zu überschreiten. Gleichzeitig ändert sich das Panorama an jeder Ecke. Es ist atemberaubend.
Und so blubbere ich die nächsten 40 km im Genussmodus bis Sedrun. Der endlos erscheinende Talboden des Vorderrheins ist hier zu Ende, weil sich das Gotthardmassiv quer stellt. Es bildet das Wassereinzugsgebiet des Rheins. Trotzdem ist es schwer vorstellbar, dass das, was da ab Disentis links der Straße als wilder Bach zu Tal rauscht, irgendwann einer der größten Ströme des Kontinents werden will.

Es geht zunehmend steiler bergauf. Die ersten Haarnadelkurven winken, kein Baum mehr zu sehen und zum Fahrgenuss gesellt sich diese Prise Adrenalin, die zu genau dem Gemütszustand führt, der einen vor Jahrzehnten schon süchtig gemacht hat. Und der dabei komplett drogenfrei ist. Schon viel zu bald bin ich auf dem ersten 2000er-Pass der Tour, dem Oberalppass.

Mittagschlaf

Platz gibt es auf dem Oberalppass genug. Hier gibt es sogar einen Bahnhof!
Rechts neben der Straße führt eine Piste entlang, die sich ein paar hundert Meter weiter zu Stellplätzen für Wohnmobile erweitert.
An der Wand rauscht ein Wasserfall herunter. Weil das Wasser das frischeste ist, das man sich vorstellen kann, kippe ich erst mal meine Kanister aus und fülle sie mit dieser Delikatesse auf. Danach wird der Koffer geöffnet und erst mal ausgiebig zu Mittag gegessen. Ein wenig müde bin ich schon, denn zu den 170 km von Bregenz kommen ja noch weitere 150 km Anfahrt dazu.
Was also wäre besser, als die Luftmatratze aufzupumpen und in der herrlichen Sonne einen Mittagschlaf zu machen? Ich penne sofort ein und nach gefühlten 5 Minuten mit geschlossenen Augen wache ich 2 Stunden später wieder auf. Alpenluft!

Andermatt – Uri – Gotthard

Km 208 – WP 16

Nach diesem ungeplant langen Aufenthalt stürze ich die Integra am Oberalpsee vorbei steil hinab in den Talkessel des Urserentals mit Andermatt.
Man hat auf der ganzen Strecke einen wirklich atemberaubenden Adler-Blick auf den Ort. Weil aber die Serpentinen eher wie Riesenslalom rüberkommen ist man fahrerisch doch ziemlich gefordert.
In Hospental könnte ich einfach die erste Ausfahrt am Kreisel nehmen: Über die Furkastraße und den gleichnamigen Pass. Aber ich habe es nicht eilig. Lieber möchte ich über den höchsten Schweizer Straßenpass fahren: Den Nufenen (2478 m).

Zum Gotthardpass gibt es 2 Alternativen: Die alte Straße von 1977 über die Passhöhe oder die ganz alte Straße von 1830.
Mit einer Reiseenduro, möglichst mit langen Federgabeln vorne, ist die ganz alte Straße mit ihren vielen Kurven sicher kein Problem, obwohl sie teilweise noch gepflastert ist. Die Vollverkleidung der Integra aber ächzt und scheppert bei Kopfsteinpflaster so mitleiderregend, dass ich das lieber auf die oberitalienischen Nebenstrecken verschiebe, wo ich das ohnehin nicht vermeiden kann. Die gute Straße ist wenig herausfordernd, weil gut ausgebaut, aber dafür gibt’s die Aussicht als Entschädigung.

Bedretto-Kurve

Km 213 – WP 17

Das eigentliche Highlight am Gotthard ist nicht die Passhöhe. Es ist die 6 km weiter auf der Abfahrt nach Airolo gelegene Bedretto-Kurve.
Autofahrern fällt diese weit über den Talboden des Bedretto-Tales auf hohen Stützpfeilern herausgeführte, sehr gut ausgebaute Spitzkehre eher nicht auf, weil die Leitplanken so hoch angebracht sind. Aber mit dem Motorrad….. meine Fresse! Jedes Mal muss ich dort anhalten. Seht selbst:

Airolo – Nufenen

Km 247 – WP 18

Aber der Spaß ist noch nicht zu Ende. In relativ schnell zu fahrenden Serpentinen geht es abwärts nach Airolo. Im Talboden orientieren die Integra und ich uns Richtung Nufenen und biegen dann ein in eben jenes Bedretto-Tal, das wir vor 15 Minuten von oben bestaunen durften. Vorbei geht’s an Fontana und dem grandiosen Wasserfall. In einer knappen dreiviertel Stunde würde ich oben auf der Nufenen Passhöhe stehen. Noch ahne ich nichts von dem, was mir und meinem Krad davor begegnen würde…

Begegnung der dritten Art

Es geht zügig bergauf. Die Landschaft erstarrt immer mehr in Stein. In den oberen Spitzkehren hinauf zur Nufenen-Passhöhe ist man nicht wirklich schnell und es ist weit und breit kein Fahrzeug zu sehen. Ich bin völlig allein mit mir in der kargen, wasserlosen Landschaft, versunken in ein hellwaches Delirium, das schwer zu erklären ist. Eine Spitzkehre weiter unten sind mir ein paar Ziegen aufgefallen, aber wer hält denn hier Ziegen? Und plötzlich steht er vor mir auf der Straße:
Ein riesiger Steinbock!

Abrupt stoppe ich das Bike und den Motor, stelle das Helmvisier auf.
Der Steinbock starrt mich an und ich starre ihn an. Er ist ausgewachsen und sieht mit seinen riesigen Hörnern beängstigend aus. Für eine Sekunde habe ich das Gefühl, dass wir uns schon mal begegnet sind. Aber Herr Steinbock scheint mich nicht wiederzuerkennen, deshalb frage ich lieber nicht. Trotzdem halte ich das Schweigen irgendwann nicht mehr aus und spreche ihn an, so irgendwie: Hallo, schön, dich zu treffen hier, und im Hinterkopf entstehen Bilder wie: Was passiert, wenn der jetzt die Hörner runternimmt und mich auf meinem Ross angreift….
Macht er nicht. Er schaut nur unverwandt zu mir, ein König der Felsen und Steine.

Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt von unten ein Auto die Serpentinen hinaufgekrochen, und das Tier dreht sich angesichts des zu erwartenden Auflaufs stolz und majestätisch in die fast senkrechte Wand und verschwindet nach unten, zu seinen „Ziegen“.
Kurz darauf stehe ich auf der Passhöhe zwischen den Gipfeln der Schweizer Hochalpen und komme langsam wieder zurück in die Realität.

Für mich ist dieses Treffen absolut wunderbar, und das verbinde ich mit dem Nufenen seitdem.

Brig – Tessin

Km 300 – WP 19

Die Abfahrt vom Nufenen führt steil bergab ins Walliserische Ulrichen hinunter ins Rhône-Tal, wo ich nach links in die Furkastraße einbiege.
Mittlerweile ist es relativ spät. Es wird Zeit, dass ich mich nach einem Campingplatz umschaue.
Aber kennt ihr das? Je mehr Stunden man in der Gashand hat, umso schwieriger wird das mit dem Anhalten. Entweder sieht man das Hinweisschild zu spät, oder der Platz liegt zu nahe an der Straße, oder, oder, oder. Selbst Tanken wird zum Problem. Und so vergehen die Stunden, bis ich realisiere, dass es bereits dunkel wird.
Jetzt wird’s aber Zeit! Der enge Talboden mit den nah beieinander stehen Steilhängen ist gut einsehbar, also eher nichts für wild campen. Außerdem müsste man dazu den unfassbar gepflegten Rasen betreten. Unverzeihlich in diesem bis ins Kleinste aufgeräumten Land. Kurz entschlossen verlasse ich meine Kurviger-Route und biege nach rechts ab, hoch in die Steilwiesen.

Im Sternenzelt

In einer Spitzkehre führt ein schmaler geteerter Weg in steile Heuwiesen und irgendwo gibt’s eine ebene Fläche fürs Motorrad, breit genug zum Wenden und für mich zum Liegen, aber zu klein fürs Zelt.
Also eingepackt in den Schlafsack, die Motorrad-Plane über mich …

….und dann erlebe ich das Schauspiel der Sterne und der Milchstraße, ohne Lichtsmog, den das enge Tal fast vollständig abschirmt. Unvergesslich.
Ich habe nicht viel geschlafen, zugegeben. Unglaublich, wie viele Geräusche es in der Natur gibt, wenn es total still ist. Und wie ausgesetzt man sich fühlt, wenn man es gewohnt ist, hinter dicken Mauern und einem Dach über dem Kopf zu existieren. Oder so ganz ohne die beruhigende Legalität eines Camping-Platzes als Ruhekissen.
Am Morgen, mit dem langsamen Verlöschen der Sterne, steht die dick verschneite Spitze des Matterhorns weiß-rot am Horizont.

Und plötzlich steht für mich fest, dass der Luxus einer Herberge nicht zwangsläufig ein Reichtum sein muss, und dass ich in Zukunft lieber so reisen will.

Tag 2 – von Brig nach Flumet

Der zweite Tag dieser Tour wird wesentlich kürzer werden. Er führt von Brig im Kanton Wallis vorbei am Matterhorn über die Grenze zu Frankreich nach Flumet, meinem persönlichen Startpunkt hinein in die Route des Grandes Alpes.

Martigny – Col de La Forclaz – Vallorcine – Col des Montets

Km 416 – WP 31

Relativ zügig bin ich am frühen Morgen auf den Beinen. Das Wenige, das ich für mein Nachtlager gebraucht habe, ist schnell verstaut, und bald liegt Brig hinter mir. Bei Gamsen beginnt die A9, die ich ja mangels Vignette nicht fahren darf, und stört den hochalpinen Charakter des Rhône-Talbodens. Das Tal wird im Verlauf ein wenig breiter, trotzdem sind die links und rechts aufragenden Bergriesen in ihrer klotzigen, eiskalten Pracht ein unglaubliches Schauspiel. Es sind mit die höchsten der ganzen Alpen, und es wäre eine Sünde, anders nach Südfrankreich fahren zu wollen als eben hier.
Sehr schnell erreiche ich Martigny, wo Rhône und Autobahn nach rechts abdrehen, Richtung Genfer See, während ich die Integra von 432m über Seehöhe links hoch zum Col de la Forclaz auf 1527m dirigiere.

Nach kurzer Foto-Pause geht es weiter über die Staatsgrenze der Schweiz nach Frankreich . Auch an dieser Grenze kontrolliert niemand. Es ist kaum Verkehr und sehr schnell ist Vallorcine in der französischen Region Auvergne-Rhône-Alpes erreicht. Die Gemeinde liegt auf 1200m Höhe, also nur 300m unter dem Forclaz, es gibt daher keine steile Abfahrt. Auch die folgende Passhöhe am Col des Montets liegt mit 1461 m nicht so wahnsinnig viel höher, weswegen die Integra gemütlich entlangblubbern darf und ich weniger die Straße und mehr die Umgebung betrachten kann.

Chamonix-Mont-Blanc – Flumet

Km 474 – WP Ziel

Dann wird es plötzlich verkehrsreich und unversehens geraten wir in einen Mix aus Luxussportwagen, Edelboutiquen und richtig vielen Leuten. Es ist wie in der Großstadt und ich muss höllisch aufpassen, dass ich keinen umfahre. Wir sind in Chamonix-Mont-Blanc. Was diesen Ort zur Olympiastadt gemacht hat, das wird klar, wenn man den Kopf um mindestens 90° in den Nacken legt. Es nimmt einem wirklich den Atem, wie der Mont Blanc fast senkrecht über dem Ortszentrum in den Himmel ragt, weiß und unerbittlich. Man kann das nicht fotografieren. Zumindest ist es mir nicht gelungen, das auch nur im Ansatz einzufangen. Fahrt hierher, das müsst ihr gesehen haben! Allerdings muss es wolkenfrei sein, so wie heute. Wenn auch nur die geringste Wolke am Himmel ist, dann hängt sie am Berg.

Die Strecke bis Passy kann man getrost vergessen. Autobahn, Lärm, Verkehr, wozu ich natürlich im Moment auch beitrage, keine Frage. Aber böse sind ja immer nur die anderen, also…. links abbiegen Richtung Saint-Gervais-les-Bains und über Megève ab nach Flumet.

Und da steht es: Das erste Schild, das uns auf die Route des Grandes Alpes hinweist!